Das Streuobstprojekt des BUND - Osnabrück

Streuobst nicht nur schön anzusehen, sondern auch nützlich!

Quelle: Naturschutz Informationen
Kostenlose Zeitschrift für Natur- und Umweltschutz im Osnabrücker Land
Herausgegeben vom Umweltforum Osnabrücker Land e.V. ISSN 0934-0807
Autorin: Ursula Feldmann

Seit mittlerweile 19 Jahren führt der BUND - Osnabrück alljährlich eine ApfelMostaktion durch, um auf diesem Weg den Erhalt von aus Naturschutzsicht wichtigen Streuobstwiesen zu streuobstwiese-BUNDfördern. Hierbei arbeitet die BUND Kreisgruppe eng mit der Mosterei Lammersiek zusammen.

Durch die alljährliche Most-Aktion im Herbst sollen gezielt Streuobstwiesen gefördert werden, indem die Besitzer die Möglichkeit bekommen, ihr Obst für einen fairen Preis anzugeben oder in Form von Apfelsaft wieder mitzunehmen. Hierzu stellt die Firma Lammersiek ihre Mosterei für ein Wochenende dem BUND zur Verfügung. Es werden nur Äpfel nach bestimmten Kriterien, die der BUND aufgestellt hat, angenommen.

An dieser Stelle sollen diese Kriterien und die Anforderungen von der Seite der Mosterei an die Streuobstwiesenbesitzer und diejenigen, die es in Zukunft werden wollen nochmals weitergegeben werden.

Das Interesse an Lohnmost ist übrigens n den letzten Jahren gestiegen, wahrscheinlich auch, weil es eine Möglichkeit bietet etwas Geld durch Pfleg und den Besitz von Obstbäumen zu verdienen.

Will man aber eine gute Ernte haben, macht das allerdings auch Arbeit. So sollten nicht nur im Herbst gesammelt, sondern auch die Bäume sorgsam gepflegt werden. Wichtig hierbei ist:

  • sachgemäßer, regelmäßiger Obstbaumschnitt: das zeigt sich in diesem Jahr besonders, durch groß gewachsenes Obst trotz der großen sommerlichen Trockenheit.
  • entfernen des nicht verwertbaren, frühen, faulen Fallobstes, wenn es unter dem Baum verfault: die die Äpfel zersetzenden Nematoden gehen ins Erdreich , schädigen das Wurzelwerk und bilden die Grundlage für den Wurmbefall im nächsten Jahr.
  • ausgewogene organische Düngung mit Mist oder Kompost direkt im stammnahen Wurzelbereich.
  • der Schutz vor Wühlmäusen, Rehen, Hasen etc., ist ein unbedingtes Muss, besonders wenn es sich um Neupflanzungen handelt.Frau Ursula Feldmann eschrieben wurde.
  • Anpflanzung vieler verschiedener standortgerechter Apfelsorten, damit in jedem Jahr eine Ernte stattfinden kann. Totalausfall findet vor allem bei zu einseitiger Bepflanzung statt.
So macht das herbstliche Obstsammeln viel Freude, wenn die Äpfel groß, frisch und gesund sind. Für die anschließende Vermostung gilt dieses natürlich auch. Die BUND Kreisgruppe Osnabrück hat deshalb folgende Qualitätskriterien für die angelieferten Streuobstwiesenäpfel aufgestellt:
  • An und auf die Obstbäume dürfen weder Pestizide noch Kunstdünger!
  • Nur frisch aufgesammeltes sauberes Fallobst oder gepflücktes reifes Obst liefern!
  • Lange gelagerte Äpfel, die schon Faulstellen aufweisen, können nicht angenommen werden, da man aus faulem Obst keinen Saft machen kann.

Nach der Anlieferung wird der Apfelsaft nach der Vermostung am nächsten Tag bei der Mosterei verkauft (in diesem Jahr war dies der 9. Oktober).

Bleibt Apfelsaft übrig, wird dieser von der BUND Kreisgruppe Osnabrück zum Kauf angeboten. Das Geld geht zum größten Teil an die Apfellieferanten und an die Mosterei. Der Rest fließt in Aktionen und Projekte zum Thema Streuobstwiesen. So wird in diesem Herbst (23.10) in Bad Essen an der Wierau eine Streuobstwiese neu gepflanzt. Wer an der Pflanzaktion teilnehmen möchte, kann sich gerne in der Geschäftsstelle melden.

Die Ernte von eigenem Obst bietet den Vorteil, dass das Obst frisch ist und nur gesundes Obst wird verwendet wird.

Wenn Sie durch Ihre Obstwiesen den Pflanzen, Tieren und natürlich auch Menschen einen naturnahen Lebensraum bieten möchten, gibt es weitere Möglichkeiten, auf einer Obstwiese Strukturen anzubieten: nährstoffarme Wiese, Steinlesehaufen und vieles mehr. Infos darüber gibt es im Naturschutzzentrum.

Die Obstverarbeiter, wie die Firma Lammersiek in Bad Essen, sehen in Ihrem Zuspruch und dem Genuss von Wohlschmeckenden Säften eine dankbare Aufgabe uns von Jahr zu Jahr mit gesunden regionalen Produkten zu versorgen. Dazu noch in geschmacksneutralen Mehrwegflaschen aus Glas.
 

Vor jeder Ernte stellen wir uns allerdings die Frage, wie das Obst wird und welche Menge wohl angeliefert wird. Das ist immer wieder ungewiss. Natürlich spielt das Wetter bei wechselnden Erntemengen eine große Rolle. So stellt der BUND große Schwankungen fest, die in den zurückliegenden Jahren zwischen 3 und 22 Tonnen lagen! Darauf haben wir uns eingestellt, hoffen aber, dass Sie durch Neuanpflanzungen und gute Pflege der bestehenden Bäume die Ernte positiv mit gestalten.

Beo Fragen und Anregungen, auch zu Förderungen von Neuanpflanzungen, steht Ihnen die Mosterei Lammersiek in Bad Essen unter Tel. 05472 - 1230 und die BUND-Kreisgruppe Osnabrück unter Tel. 0541 - 2003977 gern zur Verfügung.

Downlaod des Originalartikel als pdf.

 


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